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S2k‐Leitlinie – Kutane Lymphome (ICD10 C82–C86): Update 2021

Edgar Dippel, Chalid Assaf, Jürgen C. Becker, Michael von Bergwelt‐Baildon, Sophie Bernreiter, Antonio Cozzio, Hans Theodor Eich, Khaled Elsayad, Markus Follmann, Stephan Grabbe, Uwe Hillen, Wolfgang Hiddemann, Claus‐Detlev Klemke, Carmen Loquai, Frank Meiß, Christina Mitteldorf, Ulrike Wehkamp, Dorothée Nashan, Jan P. Nicolay, Ilske Oschlies, Max Schlaak, René Stranzenbach, Rose K. C. Moritz, Christoph Stoll, Tibor Vág, Michael Weichenthal, Marion Wobser, Rudolf Stadler

2022JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft30 citationsDOIOpen Access PDF

Abstract

Kutane Lymphome (cutaneous lymphomas; CL) gehören zur Gruppe der extranodalen Non-Hodgkin-Lymphome, innerhalb derer sie die zweithäufigste Form darstellen (Magen-MALT-Lymphome sind die häufigste extranodale Form). Die Inzidenz wird auf eine Neuerkrankung pro Jahr und 100 000 Einwohner geschätzt [1-3]. Primäre CL manifestieren sich definitionsgemäß zunächst in der Haut und zeigen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nach abgeschlossener Ausbreitungsdiagnostik (Staging) keine weitere Organbeteiligung, während sekundäre CL kutane Manifestationen von disseminierten [4], primär nodalen Lymphomen oder von Leukämien sind. Primäre CL umfassen ein weites, klinisch und histologisch heterogenes Spektrum, wobei 73 % der CL den kutanen T-Zell-Lymphomen (cutaneous T-cell lymphomas; CTCL) und 22 % den kutanen B-Zell-Lymphomen (cutaneous B-cell lymphomas; CBCL) zugeordnet werden können. Es gibt weitere seltene Formen von CL. Primäre CL und nodale oder extrakutane Lymphome gleicher Zytomorphologie unterscheiden sich erheblich hinsichtlich ihrer klinischen Manifestation, aber auch in ihrer Prognose und den indizierten therapeutischen Maßnahmen [5]. Deshalb sollen Patienten mit CL in enger Zusammenarbeit zwischen einem spezialisierten Zentrum und dem niedergelassenen Arzt behandelt werden. Kutane Lymphome sind in der Regel durch eine Klonalität von Lymphozyten in der Haut gekennzeichnet (Ausnahme CD4+/CD56+ blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie). Ihr zytomorphologisches Bild entspricht Lymphomen anderer Lokalisationen. Auf Grund des spezifischen kutanen Mikromilieus präsentieren sie sich klinisch und histologisch in besonderen Varianten. Entscheidend ist es, primäre CL von Hautmanifestationen extrakutaner Lymphome beziehungsweise Leukämien abzugrenzen. Die Klassifikation kutaner Lymphome erfolgt nach der aktuellen WHO/EORTC-Klassifikation [6-8] und basiert auf klinisch-pathologischer (beziehungsweise immunhistologischer und molekularbiologischer) Korrelation. Kutane Lymphome werden von extrakutanen (disseminierten) Lymphomen aufgrund ihrer Primärmanifestation in der Haut unterschieden. Entsprechend gelten als primär kutane Lymphome solche, die bei Diagnosestellung nach leitliniengerechter Ausbreitungsdiagnostik auf die Haut beschränkt sind. Trotz zum Teil ähnlich lautender Bezeichnung (wie zum Beispiel bei dem Marginalzonenlymphom und dem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom) unterscheiden sich sowohl die klinischen als auch die histopathologischen und molekularen Eigenschaften kutaner von extrakutanen/disseminierten Lymphomen. Eine Besonderheit der Klassifikation kutaner Lymphome ist der hohe Stellenwert der klinischen Präsentation für die abschließende Einordnung und Diagnose. So ist ein γ/δ-T-Zellphänotyp allein nicht ausreichend für eine Klassifikation als kutanes γ/δ-T-Zell-Lymphom. Die Klassifikation schließt auch Entitäten mit unsicherem malignem Potenzial ein (wie lymphomatoide Papulose, primär kutane CD4-positive klein-mittelgroßzellige T-Zell-lymphoproliferative Erkrankung). Analog zu systemischen Lymphomen werden T- und B-Zell-Neoplasien unterschieden (Tabelle 1); als hämatologische myeloische Vorläuferneoplasie mit typischer Primärmanifestation in der Haut wird die blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie aufgeführt. Als Epstein-Barr-Virus (EBV)-assoziierte Erkrankung der Haut ist vor allem die neue provisorische WHO-Kategorie des EBV-positiven mukokutanen Ulkus zu benennen, welche vom seltenen EBV-positiven diffus großzelligen B-Zell-Lymphom abgegrenzt werden muss. Die EBV-assoziierte Hydroa-vacciniforme-artige lymphoproliferative Erkrankung kommt in Deutschland kaum vor. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Primär kutanes Follikelzentrumslymphom (PCFCL)**** Gleichzusetzen mit primär kutanem Keimzentrumslymphom (PCFCL). Primär kutanes Marginalzonenlymphom (PCMZL) Primär kutanes diffus-großzelliges B-Zell-Lymphom, Leg type (PCBLT) EBV-positives mukokutanes Ulkus (EBV-positives diffus-großzelliges B-Zell-Lymphom, nicht weiter spezifiziert)****** Das EBV-positive diffus großzellige B-Zell-Lymphom wird nicht explizit als "kutanes Lymphom" klassifiziert, kann aber mit isoliertem Hautbefall auftreten und bleibt wichtige Differenzialdiagnose zum PCBLT und der EBV-positiven mukokutanen Ulzeration. Primär kutanes intravaskuläres großzelliges B-Zell-Lymphom** Entitäten, die sich als primär kutane Lymphome manifestieren können, oft jedoch bereits bei Primärdiagnose disseminiert/systemisch sind. Hämatologische Vorläuferneoplasien Blastische plasmazytoide dendritische Zellneoplasie (BPDCN)** Entitäten, die sich als primär kutane Lymphome manifestieren können, oft jedoch bereits bei Primärdiagnose disseminiert/systemisch sind. Eine Einteilung kutaner Lymphome in Gruppen mit indolentem, intermediärem oder aggressivem Verhalten wird in der WHO-Klassifikation nicht vorgenommen. Die Diagnostik kutaner Lymphome soll durch Biopsie mit histologischer Untersuchung einer repräsentativen Hautveränderung erfolgen. Eine genaue Einordnung der Natur des Lymphoms ist nur durch immunhistologische Zusatzuntersuchungen möglich, die daher Bestandteil der Diagnostik sein sollen Bei Verdacht auf Blutbefall wird die Durchführung einer FACS-Analyse/Durchflusszytometrie empfohlen, siehe Tabelle 2. Eine molekularbiologische Klonalitätsanalyse sollte erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Bildgebende Untersuchungen, eine Lymphknoten- beziehungsweise Knochenmarksbiopsie sowie Laboruntersuchungen zum Ausschluss einer extrakutanen Beteiligung oder eines sekundär kutanen Lymphoms sollen in Abhängigkeit vom histologischen Subtyp des Lymphoms und dem Tumorstadium entsprechend der Tabellen 2 und 3 durchgeführt werden. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 CRP, Differenzialblutbild, Leberenzyme, Kreatinin, LDH, Elektrolyte. ggf. Immunelektrophorese** Die Empfehlungen gelten für das erstmalige Staging. An die individuelle Patientensituation angepasste Staginguntersuchungen sollten nach Therapie, bei Progress sowie bei aggressiven Lymphomtypen im Rahmen der Staginguntersuchungen durchgeführt werden. ggf. Borrelienserologie bei B-Zell Lymphomen** Die Empfehlungen gelten für das erstmalige Staging. An die individuelle Patientensituation angepasste Staginguntersuchungen sollten nach Therapie, bei Progress sowie bei aggressiven Lymphomtypen im Rahmen der Staginguntersuchungen durchgeführt werden. ggf. spezielle hämatologische Untersuchungen** Die Empfehlungen gelten für das erstmalige Staging. An die individuelle Patientensituation angepasste Staginguntersuchungen sollten nach Therapie, bei Progress sowie bei aggressiven Lymphomtypen im Rahmen der Staginguntersuchungen durchgeführt werden. Weitere Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von der geplanten Therapie Ganzkörper-CT°, Lymphknotensonographie, ggf. PET-CT°° Röntgen-Thorax, Lymphknotensonographie Bei der Mehrheit der Lymphome der Haut kann die Diagnose bereits klinisch vermutet werden, dennoch sind histologische, immunhistologische und molekularbiologische Untersuchungen zur Sicherung unerlässlich. Neben der Inspektion der gesamten Haut ist die klinische Untersuchung aller Lymphknotenstationen Bestandteil der Erstuntersuchung. Die Stadieneinteilung der CL soll anhand der von der ISCL-EORTC/EORTC-CL-Update B (Blut)-Klassifikation vorgeschlagenen TNM-Klassifikation erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Zur Stadieneinteilung der CTCL wird die TNM-Klassifikation verwendet, die auch gewisse prognostische Bedeutung hat. Insbesondere für die Mycosis fungoides (MF) gilt, dass die frühen Stadien (IA–IIA) in der Regel eine sehr gute Prognose aufweisen mit mittleren Überlebenszeiten von circa 10 bis 20 Jahren. Für andere Lymphomtypen ist diese T-Klassifikation nicht geeignet. Die N-Kategorie ist ebenfalls klinisch nicht optimal (zum Beispiel N1/N2: Klinisch unauffällige Lymphknoten werden in der Regel nicht biopsiert). Aus diesem Grunde wurde die TNM-Klassifikation für die MF und das Sézary-Syndrom (SS) überarbeitet und liegt nunmehr in revidierter Form als TNMB-Klassifikation, inklusive Änderungen bezüglich des B-Stagings, vor (Tabellen 4, 5) [18, 19]. In zukünftigen Erhebungen und Studien sollte die überarbeitete Klassifikation Anwendung finden. a) Maculae b) Plaques ± Maculae a) Maculae, b) Plaques ± Maculae a) Klon negativ b) Klon positiv a) Klon negativ b) Klon positiv Für CTCL, MF und Sézary-Syndrom ausgenommen, wurde von der International Society of Cutaneous Lymphoma (ISCL) und der EORTC eine eigenständige Stadienklassifikation vorgeschlagen [20], die zukünftig Anwendung finden sollte (Tabelle 6). solitäre Läsion < 5 cm Durchmesser solitäre Läsion > 5 cm Durchmesser Befall begrenzt auf < 15 cm Durchmesser Befall zwischen 15–30 cm Durchmesser Befall > 30 cm Durchmesser multiple Hautläsionen verteilt auf 2 nicht zusammenhängende Körperregionen multiple Hautläsionen > 3 Körperregionen Zu betonen ist, dass im Gegensatz zur MF/SS-Stadieneinteilung [18] die aktuelle "Nicht-MF/SS-Stadieneinteilung" [20] keine prognostische Wertigkeit besitzt, sondern im Moment nur die anatomische Ausbreitung widerspiegelt. Zudem ist hier erstmals die Stellung der Klonalitätsanalyse in entnommenen Lymphknoten eingeführt [21, 22]. Die Therapie der MF soll entsprechend den in Tabelle 7 gelisteten Empfehlungen erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Die Therapie des SS soll entsprechend den in Tabelle 8 gelisteten Empfehlungen erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Die Therapie der CD30+-lymphoproliferativen Erkrankungen der Haut soll entsprechend den in Tabelle 9 gelisteten Empfehlungen erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Die Therapie der kutanen B-Zell-Lymphome soll entsprechend den in Tabelle 10a, 10b gelisteten Empfehlungen erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Extrakorporale Photopherese (ECP), ggf. in Kombination mit PUVA, IFNα und/oder Bexaroten PUVA in Kombination mit IFNα und/oder Bexaroten Da die CL eine heterogene Gruppe von Erkrankungen sind, basieren die Behandlungsstrategien auf der exakten Diagnose (entitätengerecht), der Prognose, den Vorbehandlungen und dem Tumorstadium (stadiengerecht). Es liegen nur wenige kontrollierte Studien vor, die diese wesentlichen Informationen beinhalten. Auf jeden Fall muss die Therapie der CTCL abgegrenzt werden von der Therapie der CBCL. Für die häufigeren CTCL-Formen wird eine stadiengerechte, eher zurückhaltende Therapie empfohlen. In frühen Stadien stehen lokale Therapieverfahren im Vordergrund wie topische Steroide, Phototherapie, lokal applizierte Zytostatika wie BCNU/Chlormethin, lokal appliziertes Bexarotengel oder lokale Immuntherapien wie Imiquimod. In den Stadien IA, IB, und IIA kann eine Phototherapie mit der Schmalband-UVB (UVB 311 nm) oder der PUVA (Psoralen plus UVA, z.B. als orale PUVA, Bade-, Creme- oder Dusch-PUVA) durchgeführt werden. Die PUVA sollte bevorzugt bei Patienten mit dicken Plaques oder follikulotroper MF eingesetzt werden. Sowohl die PUVA als auch die UVB 311 nm eignen sich zur Behandlung der erythrodermischen MF [23]. Eine Radiotherapie mit einer typischen Gesamtdosis von ≥ 30 Gy in Einzeldosen zu 2 Gy führt in 90 % bis 100 % der Fälle bei lokal begrenztem CTCL zur dauerhaften lokalen Krankheitskontrolle [24]. Ein alternativer Ansatz ist eine niedrig dosierte palliative Radiotherapie (4–8 Gy) beim kutanen B- und T-Zell-Lymphom [25]. Neue Studien zeigen, dass durch Radiotherapie mit 4 Gy die Läsionen indolenter kutaner BCL angemessen kontrolliert werden können [26]. Beim CTCL ergab die Verwendung von 8 Gy in einer einzelnen oder zwei Fraktionen eine vollständige Remission bei ≥ 92 % der Patienten [27]. Dieser Ansatz kann im Stadium IIB in Kombination entweder mit Interferon-PUVA oder Bexaroten-PUVA oder Bexaroten allein verwendet werden, um eine anhaltende Kontrolle in frühen Stadien zu erzielen. Andere multimodale Therapiekombinationen sind ebenso möglich. Bei geringer Tumorlast hat sich die Kombination aus lokaler beziehungsweise systemischer Therapie und Low-Dose-Radiatio, insbesondere aufgrund des niedrigen Nebenwirkungsprofils bewährt. Insgesamt ist die Ganzhaut-Elektronenbestrahlung mit konventionellen Dosen (30–36 Gy) eine praktikable Option bei Patienten mit kutanem T-Zell-Lymphom, allerdings ist diese mit höhergradigen Toxizitäten an der Haut verbunden [28, 29]. Neuere Studien zeigen, dass eine niedrigdosierte Ganzhautbestrahlung mit Elektronen mit 10–12 Gy über 2–3 Wochen als zuverlässige und sichere Behandlungsmethode angesehen werden kann, um kurzfristige Linderung mit niedrigerem Toxizitätsprofil zu erzielen [28, 30, 31]. Anschließend sollte eine adjuvante topische oder systemische Therapie in Betracht gezogen werden, um die Remission zu erhalten (Erhaltungstherapie) [32, 33]. In fortgeschrittenen Stadien bieten sich systemische Therapien an, zum Beispiel eine Kombination aus PUVA mit Retinoiden oder rekombinantem Interferon-alpha (Tabelle 7) [34-36]. Bexaroten kann als weiteres systemisch wirkendes Medikament empfohlen werden [37-40]. Bezüglich der Anwendung von Interferon-alpha besteht jedoch die Einschränkung, dass das zugelassene Präparat Roferon mittlerweile vom Markt genommen wurde und somit nicht mehr zur Behandlung von Patienten mit kutanen Lymphomen zur Verfügung steht. Generika des Medikaments gibt es nicht. In der Literatur finden sich einige Fallberichte zu Patienten, die mit verfügbaren off-label eingesetzten pegylierten Interferonen (PEG-IFN) erfolgreich behandelt wurden. Zwei größere Studien zu PEG-IFN sind publiziert. PEG-IFNα-2a wurde in Dosierungen von 180 μg/Woche beziehungsweise 270 oder 360 μg/Woche bei CTCL-Patienten (n = 13) eingesetzt und zeigte eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit ohne wesentliche Unterschiede in der Wirksamkeit bei geringerer beziehungsweise höherer Dosierung [41]. Bei insgesamt 17 Patienten wurde PEG-IFNα-2b (1,5 μg/kg Körpergewicht [KG]/Woche) plus PUVA (n = 9) gegen den früheren Standard von IFNα-2a (9 MIU 3 x/Woche) plus PUVA (n = 8) verglichen. Für PEG-IFNα-2b konnte in dieser Untersuchung eine sehr gute Wirksamkeit nachgewiesen werden, wobei Nebenwirkungen wie Lebertoxizität und Myelosuppression besonders beachtet werden sollten, da diese im Vergleich häufiger auftraten [42]. Hier sollte daher die Therapie mit einer mittleren Dosis, z.B. 180 μg/Woche, erwogen werden. Das Antikörper-Konjugat Brentuximab Vedotin ist bei fortgeschrittener CD-30-positiver MF (Tumorstadium) eine weitere Therapieoption. Bei therapieresistenten und fortgeschrittenen Erkrankungen steht seit 2019 erstmals der monoklonale Anti-CCR4-Antikörper Mogamulizumab als systemische Zweitlinientherapie für die Behandlung der MF und des SS, mit besonders hoher Wirksamkeit bei Blutbefall, zur Verfügung [43]. Eine Alternative hierzu sind die in den USA zugelassenen Histondeacetylase-Inhibitoren Vorinostat [44] (zugelassen 2006, USA), Romidepsin [45] (zugelassen 2011, USA) und der Antimetabolit Pralatrexat [46] (zugelassen 2011, USA). Das Fusionstoxin Denileukin Diftitox ist zurzeit nicht mehr auf dem Markt verfügbar [47]. Monochemotherapien mit zum Beispiel Gemcitabin auch als low-dose [48, 49] beziehungsweise Doxorubicin [50] sind Polychemotherapien aufgrund des günstigeren Nebenwirkungsprofils vorzuziehen, da letztere eine massive Immunsuppression ohne Verbesserung des Überlebens induzieren [51]. Die dargestellten stadienadaptierten Therapieempfehlungen orientieren sich noch an der 1979 publizierten TNM-Klassifikation der MF Cooperative Group. Zukünftig wird die revidierte TNM-Klassifikation die Grundlage für die Therapieempfehlungen bilden [18]. Beim SS ist die nebenwirkungsarme extrakorporale Photopherese wirksam, auch in Kombination mit zum Beispiel Interferon-alpha, PUVA, lokalen Kortikosteroiden und Bexaroten (Tabelle 8) [63]. In Spätstadien kann auch eine palliative Chemotherapie eingesetzt werden (Tabelle 8). Dabei ist allerdings immer zu bedenken, dass sichere Effekte auf die Überlebenszeit nicht nachgewiesen sind, und dass diese Behandlungsverfahren zu einer weiteren Immunsuppression führen und damit infektiöse Komplikationen gehäuft auftreten können. Therapien der zweiten Wahl sind Bexaroten (bevorzugt in Kombination mit PUVA und ECP), niedrig dosiertes Methotrexat (MTX; bevorzugt in Kombination mit PUVA und ECP), oder eine Ganzhaut-Elektronenbestrahlung. In fortgeschrittenen Stadien des Sézary-Syndroms kommen zum Debulking Doxorubicin oder Gemcitabin in Betracht. Alemtuzumab sollte bevorzugt in niedriger Dosierung eingesetzt werden, da die Therapie in hoher Dosierung mit einer hohen Infektionsrate assoziiert ist. Für ausgewählte Patienten kann eine allogene Stammzelltransplantation indiziert sein. Bei einer CD30-Expression der Tumorzellen kann alternativ mit Brentuximab Vedotin behandelt werden [56]. Seit 2019 steht zudem der monoklonale anti-CCR4-Antikörper Mogamulizumab als systemische Zweitlinientherapie (nach mindestens einer vorangegangenen systemischen Therapie) des SS mit insgesamt guter Verträglichkeit zur Verfügung [43]. Außerhalb von Europa sind mehrere HDAC-Inhibitoren (Vorinostat, Romidepsin) zur Behandlung des SS zugelassen. CBCL ohne sonstige Manifestation weisen eine wesentlich günstigere Prognose auf als nodale B-Zell-Lymphome. Deshalb reicht in vielen Fällen eine lokale Therapie aus. Möglich sind operative Entfernung oder Radiotherapie. In einzelnen Fällen kann eine Interferon-Therapie zur kompletten Remission führen. Nur bei extrakutaner Manifestation ist eine Polychemotherapie indiziert. Für die meisten seltenen CL existieren keine größeren Studien und damit keine evidenzbasierten Therapieempfehlungen oder zugelassene Therapieoptionen. Für die Therapie der indolenten CTCL, der akralen CD8+ T-Zell-Lymphoproliferation und der CD4+ klein-/mittelgroß-zelligen T-Zell-lymphoproliferativen Erkrankung sind eine Exzision beziehungsweise lokale Therapiemaßnahmen ausreichend. Für die Therapie der blastischen plasmazytoiden dendritischen Zellneoplasie wird in CR1-Situationen (komplette Remission direkt nach erstem Chemotherapieregime) primär die Knochenmarktransplantation allogen oder autolog empfohlen [69, 70]. Dementsprechend müssen die Hämatoonkologen frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Seit 11/2020 ist Tagraxofusp als Monotherapie für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mit blastärer plasmazytoider dendritischer Zellneoplasie (BPDCN) zugelassen. Es besteht aus einem verkürzten Diphtherietoxin-(DT)-Fusionsprotein, das mit rekombinantem humanen Interleukin-3 (IL-3) verknüpft ist, um CD123-exprimierende Zellen anzusprechen. Tagraxofusp hemmt irreversibel die Proteinsynthese von Zielzellen durch Inaktivierung des Elongationsfaktors 2 (EF2), was zur Apoptose (Zelltod) führt [71]. Für die subkutanen pannikulitisartigen T-Zell-Lymphome wird bei fehlendem Nachweis eines hämophagozytischen Syndroms (HPS) eine Prednisolon-Monotherapie [72], eventuell auch in Kombination mit Ciclosporin oder MTX, empfohlen [73-75]. Wegen eingeschränkter Anzahl neuer zugelassener Therapien sollte die Behandlung primär kutaner Lymphome mit innovativen Therapieformen vorzugsweise im Rahmen klinischer Studien (www.clinicaltrials.gov) erfolgen. Im Zuge einer zunehmenden Entschlüsselung der molekularen Grundlagen und differenzierter Immunphänotypisierung ist eine individualisierte Therapie mit zielgerichteten Substanzen teils auch außerhalb klinischer Studien in der Off-Label-Anwendung möglich. Zur besseren Erkenntnis von Patientenverläufen sollte ergänzend die Datenaufnahme in Registern (zum Beispiel ADOReg, PROCLIPI) erfolgen. Konsensus: 100 %, modifiziert 2021 Bei kutanen T-Zell-Lymphomen sind aktivierende Phospholipase Cγ-Mutationen mit konstitutiver Aktivierung des T-Zell-Rezeptor-abhängigen NFAT-Signalweges das Rationale zum Einsatz topischer Calcineurininhibitoren gegen MF [77]. Analog ist eine Hemmung der deregulierten Toll-like-Rezeptor-Signalgebung bei MF zu sehen [78]. Immunmodulatoren wie Imiquimod und Resiquimod konnten zu lokalen Remissionen führen und stellen somit eine potenzielle kortisonfreie Alternativtherapie in der Zukunft dar [52, 53]. Bisher liegen zu dem Einsatz dieser topischen Substanzen nur Einzelfallberichte/Fallserien, sowie Erfahrungen mit Resiquimod aus einer kleinen monozentrischen klinischen Studie (NCT01676831) vor. Eine weitere innovative Therapieoption ist die intraläsionale Applikation eines CD47-Antikörpers, welcher die angeborene Immunität zur Tumorkontrolle reguliert. Bei CL sind mittlerweile zahlreiche neue vielversprechende Systemtherapien im Rahmen klinischer Studien oder im off-label use für systemische hämatologische B- und T-Zell-Neoplasien verfügbar. Ein innovativer Antikörper, welcher gegen das Oberflächenmolekül KIR3DL2 gerichtet ist, zeigt vielversprechende erste klinische Daten. Medikamente, die in epigenetische Mechanismen eingreifen, wie Histondeacetylase-Hemmer (bisher in den USA zugelassen: Vorinostat, Romidepsin, Belinostat und Panobinostat) oder immunmodulatorisch wie sind oder bei SS und T-Zell-Lymphomen HDAC-Inhibitoren sind in Deutschland außerhalb klinischer Studien nicht verfügbar. wie welche in den eingreifen, können in Kombination mit Therapieformen bei bei MF oder T-Zell-Lymphomen klinische Effekte zeigen die Hemmung des in der Mycosis fungoides und T-Zell-Lymphomen in Zukunft eine innovative Therapieoption zum Einsatz bei systemischen T-Zell-Lymphomen sein Substanzen bei CBCL umfassen und/oder wie oder welche für die Therapie systemischer B-Zell-Lymphome sind oder wie Zudem ist ein mit im Vergleich zu Doxorubicin insbesondere bei Patienten mit primär kutanem B-Zell-Lymphom der besonders bei kutanen B-Zell-Lymphomen zukünftig die zum Einsatz Substanzen wie oder welche bereits bei systemischen der sind und somit im off-label use auch für den Einsatz bei kutanen insbesondere beim großzelligen B-Zell-Lymphom des sind Ein für diese ist das in Kombination mit und beim systemischen B-Zell-Lymphom ist Die klinischen zur bei CL sind 2021 Bei fortgeschrittenen Lymphomen sollte bei einer kompletten Remission oder eines früheren auf die Therapieempfehlungen in der werden ist ein bei Patienten mit das die in ist oft und sich zum des sowie bei auch durch mit ist der topische und orale ist eine zu Neben der spezifischen Therapie des kutanen Lymphoms sollte daher auch die Therapie des in der Behandlung der Patienten hohen Stellenwert Eine für die Behandlung von Patienten mit kutanen Lymphomen in fortgeschrittenen Stadien sind Manifestationen der die auch nicht Körperregionen zum Beispiel bei der oder mit führen zu der des Die für Patienten und ist und wird als Eine und wie zum Beispiel zur sowie eine palliative und der Patienten und ihrer in den Hier auf die für und die Empfehlungen zur zur und zum mit Patienten und in der gibt Die klinischen zur bei CL sind Konsensus: 100 %, 2021 Die Empfehlungen zur von Patienten mit CL Patienten mit Remission Patienten mit oder sich in einer mehr oder dass sich die insgesamt zum sich auf Patienten mit einer zu von und von von (zum Beispiel Bei MF in Stadien und beim SS kommt es zur die erfolgt Patienten mit CL werden eine der Haut und der Lymphknoten Bei seltenen Entitäten wird die entsprechend den klinischen In an die und Behandlung von soll auch bei kutanen Lymphomen die der und der des erfolgen. Konsensus: 100 %, 2021 klinischen und zur der und in und von und der und der sowie die in der und ist es, die von Patienten und zu und einer Behandlung ist die der of bei fortgeschrittenen welche und der und des zur der bei Patienten mit kutanen Lymphomen existieren sind jedoch in Die kutaner Lymphome auf die und die sowie damit an sind nicht Studien zeigen eine bei Patienten mit kutanen wobei insbesondere und als im Vordergrund Eine der in den USA und als häufigste bei von kutanen Lymphomen Eine Untersuchung zum des auf die von Patienten mit kutanen Lymphomen konnte eine zwischen des und eingeschränkter In einer und als für eine und insbesondere bei den mit und Patienten wie auch welche im Rahmen von werden Neben dem der Erkrankung auf die und die bei den sich auch eine der Erkrankung auf das In aktuellen Studien niedrig dosiertes und Immuntherapien (zum Beispiel Brentuximab Mogamulizumab oder die und der bei Patienten mit MF oder SS [32, Insgesamt führt die der Therapien mit Tumorkontrolle und Toxizitäten zu einer Verbesserung der Die eine von Patienten in fortgeschrittenen mit dem der und bei der wird die palliative als ein für Patienten und bei Erkrankungen Die der und sich nach den des Patienten Entsprechend können durch palliative Behandlung die und die der Patienten und werden die sind, zeigt sich der der nach Verbesserung von und sind den für Patienten mit einer nicht zu Ein die und bei Patienten mit kutanen Lymphomen und Untersuchungen zeigen eine hohe und der Patienten ist der von mit Beteiligung von und für die von und Progress liegen vor. 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