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Mit den Augen Susan Sontags: Metaphern im Umgang mit COVID-19

Henriette Krug

2021Zeitschrift für Ethik und Moralphilosophie32 citationsDOIOpen Access PDF

Abstract

Zusammenfassung In der Erfahrung, Kommunikation und Bewältigung von Krankheit spielen Metaphern eine wichtige Rolle: Als Denkkonzepte spiegeln sie zugrundeliegende Haltungen gegenüber den durch sie beschriebenen Vorgängen wider. Susan Sontag hat mit ihrem Essay „Illness as Metaphor“ nachhaltig die moralisch kritischen Implikationen einer unreflektierten Metaphernverwendung im Umgang mit Erkrankung aufgezeigt, indem sie deren stigmatisierende und hierin zusätzlich belastende Wirkung für Erkrankte reflektiert. In der gegenwärtigen Situation der Covid-19-Pandemie trifft ein bisher unbekanntes Virus mit der Macht und Dynamik der Globalisierung auf die hierauf nicht vorbereiteten spätmodernen Gegenwartsgesellschaften, die nun nach Erklärung und Sinnzuschreibung suchen. Auch hier fungieren Metaphern als Denkkonzepte und Vehikel von Interpretation. Im Rückgriff auf die Perspektive Susan Sontags und ihren Appell für einen entmystifizierten Umgang mit Krankheit geht dieser Beitrag folgenden Fragen nach: Welche Bilder werden in der Berichterstattung über CoV‑2 vermittelt? Welche Einstellung gegenüber Gesundheit und Krankheit wird mit den Metaphern transportiert, und welche Lebenshaltung liegt dieser zugrunde? Welche Einsichten für einen gesunden Umgang mit Covid-19 und Krankheit generell ergeben sich, wenn man die Pandemie aus ihren Metaphern und zugrundliegenden Denkkonzepten herausschält?

Topics & Concepts

PhilosophyHumanitiesCoronavirus disease 2019 (COVID-19)Political scienceMedicineInfectious disease (medical specialty)PathologyDiseaseEmpathy and Medical EducationLanguage, Metaphor, and CognitionMental Health and Psychiatry