Ultrahochfester Beton für die Instandsetzung und Verstärkung von Brücken – Teil 1
Michael Schmidt, Torsten Leutbecher, Ekkehard Fehling, Bernhard Middendorf
Abstract
Abstract Eine zunehmende Zahl an Straßenbrücken in Deutschland weist Defizite hinsichtlich Standsicherheit und Dauerhaftigkeit auf. Ein Ersatz der Bauwerke durch Neubauten ist kostenintensiv und bindet erhebliche materielle und personelle Ressourcen. Wie ein Blick in die Nachbarländer zeigt, stellt die Instandsetzung bzw. Verstärkung von Brückenüberbauten mittels dünner bewehrter Deckschichten aus ultrahochfestem Beton (UHFB) eine kostengünstige und vor allem dauerhafte Alternative zum Ersatzneubau dar. Im ersten Teil dieses Beitrags werden die grundsätzlichen Anwendungsmöglichkeiten von UHFB im Brückenbestand vorgestellt und Konstruktionsweisen erläutert. Die besondere Eignung von UHFB für dieses Einsatzgebiet resultiert aus der Dichtigkeit seines Gefüges und seinem Widerstand gegen jede Form chemischen und physikalischen Angriffs, sodass UHFB ohne weitere Schutzmaßnahmen auch im Fahrbahnbereich eingesetzt werden kann. UHFB unterscheidet sich in seinen Stoffeigenschaften grundlegend von normalfestem und hochfestem Beton. Daher werden diese Aspekte im Detail vergleichend beleuchtet. Des Weiteren werden die wichtigsten mechanischen Eigenschaften dargestellt. Die Informationen können bspw. als Grundlage für eine Zustimmung im Einzelfall, für die Entwicklung oder Ergänzung technischer Regelwerke oder für die technischen Inhalte des Bauvertrags genutzt werden. Auf Aspekte der Ausführung und der Qualitätssicherung wird im zweiten Teil dieses Beitrags eingegangen.