Das Konzept des DVO Frakturrisikorechners
Claus‐C. Glüer, Klaus Engelke, Friederike Thomasius
Abstract
Zusammenfassung Die Abschätzung des Frakturrisikos ist eine Kernaufgabe bei der Identifikation Osteoporose gefährdeter PatientInnen. Für diesen Zweck wurden verschiedene Risikorechner entwickelt. Trotz dessen besteht eine erhebliche Unterversorgung von Osteoporosepatient:innen, was auch an unzureichender Identifikation Betroffener liegt. Um hier eine Verbesserung zu erzielen, wurde der DVO Frakturrisiko Rechner entwickelt. In diesem Beitrag werden die Defizite bisheriger Risikorechner aufgeführt, um daraus das Konzept des DVO Frakturrisiko Rechners abzuleiten. Kernaspekte sind i) ein breit gefächertes Casefinding über 33 Evidenz-basiert validierte Frakturrisikofaktoren, ii) der Fokus auf Schenkelhals- und Wirbelkörperfrakturrisiko, iii) eine Berechnung des 3-Jahres Frakturrisikos, optional mit 1-Jahresdaten bei hohem imminenten Frakturrisiko und iv) Osteodensitometrie an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur. Die Risikoabschätzung basiert auf deutschen Referenzdaten. Das Frakturrisiko wird aus dem Risiko von Personen, die keine der erhobenen klinischen Risikofaktoren aufweisen, über ein geschlechts-spezifisches multiplikatives Modell, das Alter, die relativen Risiken der zwei stärksten klinischen Risikofaktoren und Osteodensitometrieergebnisse berücksichtigt, ermittelt. Ziel ist die Implementierung als App, die den Osteolog:innen des DVO kostenfrei zur Verfügung gestellt werden soll. Bis zur Zertifizierung der App wird für eine Übergangszeit ein vereinfachtes Modell in Tabellenform angeboten. Risikorechner können die ärztliche Beurteilung nur unterstützen, sie nicht ersetzen, aber der DVO Frakturrisiko Rechner wird hoffentlich dazu beitragen, die Unterversorgung von Osteoporosepatient:innen zu verringern, in dem er hilft, in effektiver Weise Risikopatient:innen zu identifizieren.