The Abstraction of an Idealization: Cartographic Representations of Model Railroads
Olaf Kühne, Dennis Edler, Corinna Jenal
Abstract
Zusammenfassung Das gestaltete Gelände einer Modelleisenbahn hat – will der Erbauer als ‚ernsthafter Modellbahner‘, nicht als ‚Spielbahner‘ gelten – mehrere Funktionen: es legitimiert die Bahnanlagen, es schafft eine zeitliche Kontextualisierung für das rollende Material und es kaschiert dem Blick zu entziehende Teile der Modellbahn. Ein wesentliches Medium der Vermittlung von Konventionen der Gestaltung dieses Geländes, auf Grundlage eines Common Sense Verständnisses von Landschaft, dient Modelleisenbahn bezogene Literatur. Diese wiederum greift häufig auf kartographische Darstellungen zurück. Diese Darstellungen ordnen sich zwischen der Polarität reiner Gleispläne (unter Rückgriff) auf abstrakte Signaturen und topographischen Darstellungen, die zu abstrakten Liniensignaturen für Gleisdarstellungen auf eine konkrete Signaturensprache zurückgreifen. Darüber hinaus vermitteln Blockbilder einen dreidimensionalen Eindruck der darzustellenden Anlage. Insgesamt dominiert eine eher schlichte, intuitiv erschließbare Darstellung, die innerhalb von gewissen Konventionen individuelle Gestaltungsspielräume offenlässt. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse einer explorativen Studie in den Kontext aktueller landschaftstheoretischer Forschung.