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Klima, Psyche und Psychotherapie

Christoph Nikendei

2020Psychotherapeut27 citationsDOIOpen Access PDF

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Trotz der erdrückenden Evidenz für den anthropogenen Klimawandel und die Gefährdung der menschlichen Zivilisation durch den kontinuierlich zunehmenden CO 2 -Ausstoß und der damit zusammenhängenden globalen Erwärmung existiert eine bedrohliche Kluft zwischen unserem Wissen und hieraus resultierendem Handeln. Methode Basierend auf einer selektiven Literaturübersicht mit dem Fokus auf die Arbeiten von Clayton et al. (2015), Marshall (2015), Orange (2017), Hoggett (2019) sowie konflikt- und (gesellschafts‑)strukturelle Überlegungen in Anlehnung an die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) wurden mehrere Säulen eines integrativ wirksam werdenden Modells zum „value-action gap“ – der Diskrepanz aus Wissen und Handeln – entwickelt. Ergebnisse In einem narrativen Review werden Überlegungen aus kognitionspsychologischer, psychodynamischer und psychotraumatologischer Sicht zum Umgang mit der globalen Erwärmung vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Konzepte der „kognitiven Verzerrung“, der „Verleugnung“ und „Omnipotenz“, des individuellen und gesellschaftlichen „Strukturmangels“ sowie der „Traumatisierung von Opfern und Tätern“. Zusammenfassung Kognitionspsychologische, psychodynamische und psychotraumatologische Konzepte können ein tiefgreifenderes Verständnis für unsere offensichtliche Handlungsunfähigkeit in Bezug auf die globale Erwärmung ermöglichen und im besten Fall helfen, diese zu überwinden. Potenzielle Implikationen für Psychotherapeuten und die Psychotherapie werden beleuchtet.

Topics & Concepts

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