Indikation als unverzichtbare Grundlage ärztlichen Handelns
Jochen Dutzmann, Gunnar Duttge, Andrej Michalsen, Uwe Janssens, Susanne Jöbges, Gerald Neitzke
Abstract
Zusammenfassung Im Kontext therapeutischer Heilbehandlungen ist eine Indikation die ärztlich begründete Entscheidung, dass eine medizinische Maßnahme aufgrund fachlicher Erkenntnisse und unter Abwägung von Nutzen und Risiken bei einer spezifischen diagnostizierten Krankheitssituation (mindestens) vertretbar ist. Die Bedeutung der Indikation wird gegenwärtig geschwächt durch Faktoren wie die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens, den rasanten medizinisch-technischen Fortschritt sowie durch die verstärkte Betonung des Selbstbestimmungsrechts der Patienten. Deshalb gilt es in Erinnerung zu rufen: Ein medizinisch indiziertes Behandlungsangebot schützt sowohl den Patienten als auch das Behandlungsteam vor unangemessenen bzw. maßlosen medizinischen Eingriffen gemäß einer Grundmaxime der ärztlichen Ethik: primum nil nocere.