Stadtgrün und Stadtblau im Klimawandel
Thomas Kistemann, Stefan Zerbe, Ina Säumel, Rainer Fehr
Abstract
Zusammenfassung Um die urbanen Gesundheitsrisiken des Klimawandels nachhaltig zu reduzieren und zu managen, sind Klimaschutz und Klimaanpassung als komplementäre Strategien dringend erforderlich. Seit Jahrzehnten sind vielfältige positive Wirkungen von Stadtgrün und Stadtblau auf die physische und die mentale Gesundheit bekannt. Allerdings gibt es in den meisten Städten eine intensive Konkurrenz um die Nutzung von Flächen. Im Sinne der europäischen Aalborg-Charta von 1994 verlangt das deutsche Baurecht in diesem anspruchsvollen Kontext, dass Bauleitpläne eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung gewährleisten sollen. Die menschliche Gesundheit ist dabei ein Belang von zentraler Bedeutung. Die Realität bleibt aber herausfordernd: Zwar gibt es inzwischen eine ganze Reihe von best practice-Beispielen. Nach wie vor besteht aber ein großer Forschungsbedarf zur Bedeutung urbaner Grün- und Blauräume für die menschliche Gesundheit und das gesundheitliche Wohlbefinden. Zudem müssen alle relevanten Politikfelder und Verwaltungseinheiten ein Bewusstsein für die Bedeutung von Grün und Blau für urbane Lebensqualität und Gesundheit entwickeln, um „Gesundheit“ in städtischen Entscheidungsprozessen adäquat und sozial sensibel zu berücksichtigen.