Das AKTIN-Notaufnahmeregister – kontinuierlich aktuelle Daten aus der Akutmedizin
Dominik Brammen, Felix Greiner, Martin Kulla, Ronny Otto, W Schirrmeister, Sylvia Thun, Saskia E. Drösler, Johannes Pollmanns, Sebastian C. Semler, Rolf Lefering, Volker Thiemann, Raphael W. Majeed, K. Heitmann, Rainer Röhrig, Felix Walcher, AKTIN-Notaufnahmeregister, Jonas Bienzeisler, Corinna Feeken, Hauke Fischer, Benjamin Lucas, Tolga Nazyok, Tingyan Xu, Jörg Christian Brokmann, Carsten Mach, Caroline Grupp, Stefan Kühner, Christian Pietsch, Oliver Horn, Christian Wrede, Heike Höger-Schmidt, Harald Dormann, Sabine Blaschke, S. Bax, Wilhelm Behringer, Markus Rettig, Rupert Grashey, Thomas Henke, Kirsten Habbinga, Tobias Schilling, E. Wetzel, Markus Baacke, Bernadett Erdmann
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund Die Notfallversorgung befindet sich im Umbruch. In Notaufnahmen werden Patienten ausgehend von Symptomen und Dringlichkeit versorgt; dies bildet sich jedoch in den etablierten Routinedaten der gesetzlichen Sozialversicherung nicht ab. Ziel des AKTIN-Projekts war der Aufbau einer datenschutzkonformen Registerinfrastruktur zur Nutzung von klinischen Routinedaten aus Notaufnahmen. Methoden Über eine standardisierte Schnittstelle werden aus den verschiedenen Dokumentationssystemen kontinuierlich Daten der Notaufnahmebehandlung in ein lokales Data Warehouse exportiert. Dort stehen sie sowohl für lokale Nutzungen, wie interne Berichte und Qualitätsmanagement, als auch gleichzeitig datenschutzkonform für multizentrische Auswertungen zur Verfügung. Anhand der Registerpopulation wird die Ersteinschätzung sowie die Erhebung von Vitalparametern in Abhängigkeit von Vorstellungsgründen für einen 12-Monats-Zeitraum analysiert. Ergebnisse Für den Zeitraum 04/2018 bis 03/2019 wurden 436.149 gültige Fälle aus 15 Notaufnahmen übermittelt. In 86,0 % der Fälle ist eine Ersteinschätzung dokumentiert. Diese fand in 70,5 % innerhalb von 10 min nach Ankunft des Patienten statt. In 10 Kliniken wird regelhaft (82,3 %) ein Vorstellungsgrund erfasst. Die Erfassung von Vitalparametern variiert plausibel zwischen den Vorstellungsgründen. Schlussfolgerung Das AKTIN-Notaufnahmeregister bietet einen zeitnahen Einblick in das Versorgungsgeschehen der Notaufnahmen ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand und unabhängig vom primären IT-System, Kostenträger, Fallart und Abrechnungsmodus. Die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Ersteinschätzung werden weitgehend umgesetzt. Durch die Etablierung von standardisierten Vorstellungsgründen werden symptombasierte Analysen und Gesundheitssurveillance ermöglicht.