DIVI-Positionspapier Rettungsdienst 2030: Strategien für eine nachhaltige präklinische Notfallversorgung
Janina Bathe, David Häske, Godo Savinsky, Matthias Jacob
Abstract
Zusammenfassung Der deutsche Rettungsdienst steht vor erheblichen Herausforderungen, die durch Fachkräftemangel, demografischen Wandel und sinkende Gesundheitskompetenz der Bevölkerung verschärft werden. Um die Versorgung zu verbessern, wird eine effizientere Nutzung der Ressourcen sowie eine stärkere Integration aller beteiligten Berufsgruppen gefordert. Notfälle, die keinen Arzt erfordern, überlasten häufig die Rettungssysteme, weshalb qualifizierte Notfallsanitäter mehr Verantwortung übernehmen sollten. Zudem spielt die Leitstelle eine zentrale Rolle bei der effizienten Steuerung der Notfallressourcen. Es wird eine Erweiterung der verfügbaren Einsatzmittel, einschließlich telemedizinischer Lösungen, vorgeschlagen. Erste-Hilfe-Apps könnten ebenfalls helfen, lebensrettende Maßnahmen früher einzuleiten. Die Weiterentwicklung des Berufsbilds des Notfallsanitäters, einschließlich der Möglichkeit zur Akademisierung, soll helfen, das Personal langfristig zu binden und die Qualität der Notfallversorgung zu erhöhen. Die Einführung eines Telenotarztsystems ergänzt die Präsenznotärzte, deren Einsätze auf komplexe und lebensbedrohliche Fälle konzentriert werden sollten. Notärzte müssen umfassend qualifiziert sein, um komplexe Situationen adäquat zu bewältigen. Insgesamt erfordert ein zukunftsfähiges Rettungssystem eine reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten, klare Zuständigkeiten und fortlaufende Qualitätskontrollen. Darüber hinaus ist die Implementierung einer einheitlichen standardisierten digitalen Dokumentation entlang der Rettungskette eine wesentliche Voraussetzung für die effektive intersektorale Zusammenarbeit sowie für die Qualitätssicherung in der Notfallversorgung.