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S1‐Leitlinie: Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie

Lukas Kofler, Mirjana Ziemer, Mindaugas Andrulis, Dominik Horn, Philipp Kulas, Christian Kunte, F. Max Müller

2022JDDG Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft15 citationsDOIOpen Access PDF

Abstract

Zusammenfassung Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie (MKC) umfasst verschiedene Methoden, welche eine histologisch nachgewiesene vollständige Entfernung maligner Tumoren bei gleichzeitig größtmöglicher Schonung des tumorfreien Gewebes in direkter Umgebung ermöglichen. Allen unter MKC subsummierten Verfahren gemein ist die Markierung des Exzidates zur topographischen Orientierung, wodurch eine Zuordnung verbliebener Tumorreste möglich ist. Indikationen für MKC sind maligne Hauttumoren in Problemlokalisationen sowie aggressive Subtypen von Hauttumoren. Zu den etablierten Indikationen für MKC zählen unter anderem Basalzellkarzinome, kutane Plattenepithelkarzinome, Morbus Bowen sowie Bowen‐Karzinome, das Dermatofibrosarcoma protuberans, Melanome in chronisch lichtgeschädigter Haut sowie akral lentiginöse Melanome und Merkelzellkarzinome. Für weitere Tumoren wie dem extramammären Morbus Paget und verschiedene kutane Sarkome liegen Hinweise vor, dass MKC Vorteile beispielsweise hinsichtlich der Lokalrezidivrate zeigt. Darüber hinaus ist MKC indiziert, wenn absehbar ist, dass eine komplexe Verschlusstechnik erforderlich ist und eine vollständige Resektion des Tumors sicher gewährleistet sein muss. Es wurden verschiedenen Methoden der MKC beschrieben, zu denen beispielsweise die 3D‐Histologie, die Horizontal‐Methode oder die Mohs‐Chirurgie zählen. Eine enge Kooperation fachlich qualifizierter Operateure und (Dermato)‐Pathologen sowie labortechnischer Mitarbeiter ist für die Durchführung der MKC unabdingbar.

Topics & Concepts

MedicineGynecologyNonmelanoma Skin Cancer StudiesCutaneous Melanoma Detection and ManagementCutaneous lymphoproliferative disorders research